Projekt Nachtlichter – Werden Sie aktiv

Eine nächtliche Straße. (C) Bild: Gessinger via Pixabay

Diesen September läuft die nächste Messkampagne unserer Kolleg*innen von der Nachtlichtbühne – und Sie können ein Teil davon sein.
Ziel der Aktion ist es, alle künstlichen Lichter zu dokumentieren, die wir in öffentlichen Räumen sehen und erfassen können – von der Fensterbeleuchtung bis zur Leuchtreklame. Mit der kostenfreien Nachtlichter-App lassen sich anonymisiert die Art, Farbe und Helligkeit künstlicher Beleuchtung entlang ausgewählter Straßen in einem definierten Abschnitt erfassen (typischerweise von einer Straßenecke bis zur nächsten).

Lichter zählen, weil die Nacht zählt!

Satellitenbilder der Erde bei Nacht werden nach Mitternacht aufgenommen, wenn die meisten Menschen schlafen. Sie geben daher kein korrektes Bild der Lichtnutzung am frühen Abend wieder. Unsere Gruppe von Bürgerforschenden und akademischen Forschenden hat bereits eine App entwickelt, um Lichtquellen entlang von Straßenabschnitten zu zählen – von beleuchteten Fenstern und Werbeschildern bis hin zu Straßenlaternen und Ampelanlagen. Im Rahmen des Wissenschaftsjahres 2023 – Unser Universum haben die Forschenden von Nachtlichtbühne ihre App an diese Frage angepasst und laden Alle herzlich ein, in diesem Herbst erneut Lichter zu zählen! Dieses Jahr gibt es eine Besonderheit: Neben größeren lokalen Kampagnen kann man sich auch mit der Vermessung einer einzelnen Straße beteiligen!

Hier finden Sie alle Informationen zum Projekt und eine übersichtliche Anleitung, inklusive Turorial.

Die neuen Insektenfreundlichen Leuchten sind da!

Die Umrüstungen in unseren Partnerkommunen sind in vollem Gange: In manchen sind die neuen Leuchten schon montiert, in manchen steht die Umrüstung auf insektenfreundliche Beleuchtung kurz bevor.

Im Projekt wurden in enger Zusammenarbeit mit Kommunen, Industrie und Forschung neue Leuchten entwickelt. Diese werden in vier Partnerstädten- und Gemeinden installiert, die sich für eine nachhaltige Beleuchtung einsetzen. Jeder Partner hat das Ziel, durch eine sichere und umweltverträgliche Straßenbeleuchtung unsere Insektenvielfalt und die natürliche Dunkelheit der Nacht zu erhalten. Nach der Umrüstung wird der Einfluss der neuen Leuchten auf Insekten mit dem Einfluss der alten Straßenbeleuchtung auf Insekten direkt verglichen.

Darum laden die Forscher*innen vorort zu Informationsveranstaltungen ein:

Gülpe: 02. Juni 2023, 20 Uhr, Straße am Neubau, 14715 Havelaue OT Gülpe
Neuglobsow: 08. Juni 2023, 19 Uhr, Stechlinsee-Center, Stechlinseestraße 17, 16775 Stechlin-Neuglobsow
Fulda: 12. Juni 2023, 20 Uhr, Justus-Schneider-Weg (hinter dem Betriebshof), 36039 Fulda
Krakow am See : 11. Juli 2023, 20 Uhr, Goetheallee, Nähe Nr. 26 (Weggabelung am kleinen Parkplatz), 18292 Krakow am See


Wir laden Sie zu einer kurzen Umfrage ein:

Wie bewerten Sie die neue Straßenbeleuchtung?

https://s2survey.net/Info-AuBe-1/

Buchempfehlung: „Lebendige Nacht – vom verborgenen Leben der Tiere“ von Sophia Kimmig

Faszinierendes Paralleluniversum: Die Wildbiologin, Ökologin und Bestsellerautorin Sophia Kimmig entführt in ihrem neuen Buch „Lebendige Nacht – vom verborgenen Leben der Tiere“ (Hanser) in die Dunkelwelt und öffnet die Augen für die Wunder der Nacht direkt vor unserer Tür.

Wenn die Sonne untergegangen ist, wird es bei den Wildtieren erst richtig interessant: Wo tagsüber Menschen auf Busse warten, durchwühlt eine Wildschweinfamilie den Mülleimer an der Haltestelle. Füchse suchen nach Futter, Glühwürmchen senden Blinksignale an potenzielle Partner, Waschbären durchstöbern das Gebüsch. Die Nacht ist nicht nur eine Zeit, sondern ein vielfältiger Lebensraum, über den wir immer noch zu wenig wissen. Die Wildbiologin Sophia Kimmig ist den Geheimnissen der Nacht auf der Spur. Sie stellt dabei nicht nur ihre wilden Bewohner vor, sondern zeigt auch, wie es ist, in dieser Parallelwelt zu leben: Wie sie entstand, wie es dort aussieht, sich anfühlt oder riecht. Eine faszinierende Reise zu den Wundern der Nacht.

Hier geht’s zum Buch.

Hier gibt es mehr Informationen zur Autorin.

Sibylle Schroer in der „Women in Dark Skies Series“

Sibylle Schroer in der „Women in Dark Skies Series“ – YouTube

Dr Sibylle Schroer spricht in der „Women in Dark Skies Series“ u.a. über AuBe (nur auf englisch):

For this webinar, Dr Sibylle Schroer gives a presentation on human- versus nature centric lighting, the impact of lighting especially on freshwater, AuBe and transformative change in her talk entitled „Human Centric versus Nature Centric Lighting“.

Click here for the presentation.

This talk took place on 6th February 2023 as part of the Women in Dark Skies series of events hosted by Mayo Dark Sky Park.

Websites:

www.MayoDarkSkyPark.ie

www.MayoDarkSkyFestival.ie

www.DarkSky.ie

ZDF – Plan B zeigt: Licht aus! Sterne an! – Wenn der Himmel zu hell wird

Am Samstag, 18.03.2023 hat die Dokumentation über das Projekt AuBe im ZDF Deutschland-Premiere. Das AuBe-Team erforscht den Einfluss von künstlichem Licht auf Insekten. Gemeinsam mit einem Leuchtenhersteller und der TU Berlin wurde eine neue Straßenleuchte entwickelt, die viel weniger Insekten anlocken soll. Diese Leuchte wird seit neustem auf einem Experimentalfeld getestet. Das Filmteam begleitet das AuBe-Team bei der Feldarbeit und schaut ihm beim Forschen „über die Schulter“.

Hier gibt es mehr Informationen.

Sibylle Schroer auf dem Experimentalfeld. Hier werden die neuen insektenfreundlichen Leuchten getestet.

So können wir Lichtverschmutzung verringern

Dr. Sibylle Schroer im Interview

Dr. Sibylle Schroer (Projektkoordinatorin im AuBe-Projekt in der Forschungsgruppe Lichtverschmutzung und Ökophysiologie am IGB) im Interview mit dem Radiosender EgoFm: „Meist verbinden wir Licht mit etwas Positivem, zu viel Licht kann aber auch negative Auswirkungen haben. Das Stichwort hier heißt Lichtverschmutzung“. Sie erklärt, dass das Phänomen der Lichtverschmutzung die Verschmutzung des natürlichen Lichts durch künstliches Licht beschreibt: Unser künstliches Licht überstrahlt das natürliche Licht und hellt den Nachthimmel und die Umgebung auf, wodurch Nachtorganismen jederzeit geblendet und gestört werden. Sie berichtet außerdem vom Projekt „Artenschutz durch umweltverträgliche Beleuchtung (AuBe)“ und gibt Tipps, wie man selbst zum Schutz der natürlichen Dunkelheit beitragen kann. Hören Sie hier selbst. (der Beitrag dauert ca. 12 Minuten).

Insekten werden von Licht angezogen (Foto: Pixabay)

NDR Info: Wie viel Licht ist zu viel Licht?

In einem NDR Info-Beitrag geht es um das Thema Lichtverschmutzung. Beitragende sind u.a. Jana Eccard (AG Tierökologie, Universität Potsdam) und Franz Hölker (AG Lichtverschmutzung und Ökophysiologie, IGB). Neben den negativen Folgen des künstlichen Lichts auf viele Tierarten werden die Fakten zum Thema Sicherheit(-sgefühl) in der Nacht und Licht erläutert. Der Beitrag dauert ca. 11 Minuten. Hören Sie hier selbst.

Insekten werden von Licht angezogen (Foto: Pixabay)

Machen Sie mit beim Fotowettbewerb „Lebendige Nacht“

Josh 13 / Pixabay

Die Nacht ist zum Schlafen da? Nicht für alle Lebewesen: Über die Hälfte aller Tiere ist während der Dämmerung oder in der Nacht aktiv. Das Forschungsteam zur Lichtverschmutzung vom IGB, der Verein StadtNatur und das Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) laden zum Fotowettbewerb „Lebendige Nacht“ ein, um auf diese faszinierende Vielfalt aufmerksam zu machen und ins Bewusstsein zu rufen, wie wichtig der Schutz von Nachtlandschaften ist. Fotografieren Sie nacht- und dämmerungsaktive Arten, finden Sie künstliche Lichtquellen und gewinnen Sie tolle Preise. Alle Informationen unter www.stadtwildtiere.de. Der Teilnahmezeitraum ist der 1. bis 30. September 2022.